Prof. Dr. Margot Steinel

Erprobung alternativer Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen in der Familienphase am Beispiel internetbasierter Weiterbildungsmodule zum Qualitäts- und Kostenmanagement in hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieben

Forschungsprojekt gefördert aus dem Hochschul- und Wissenschaftsprogramm (HWP) des Landes Sachsen-Anhalt
Förderkennzeichen 0028FH0000

Prof. Dr. Margot Steinel
Dipl.-oec.troph. (FH) Dagmar Kelm
Dipl.-oec.troph. (FH) Nora Timm

Bearbeitungszeitraum: 01.03.2002 - 31.12.2003

Das vorliegende Projekt hatte das Ziel zu erproben, ob alternative, zeit- und ortsunabhängige, internetbasierte Weiterbildungsmöglichkeiten Frauen in der Familienphase den Zugang zur Weiterbildung und somit zu lebenslangem Lernen erleichtern können.

Zu diesem Zweck wurde eine internetbasierte Weiterbildung mit insgesamt 300 Weiterbildungsstunden zum Themenbereich „Qualitäts- und Kostenmanagement in hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieben“ für hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte in der Familienphase entwickelt. Die Weiterbildung bestand aus einem Auftaktworkshop, drei inhaltlichen Modulen und einem Abschlussworkshop. Die inhaltlichen Module „Qualitätsmanagement“ und „Kostenmanagement“ wurden in Form von Materialien zum Selbststudium, Übungen zur praktischen Anwendung und einem moderierten Forum gelehrt. Im inhaltlichen Modul „Qualitäts- und Kostenmanagement in der Praxis“ sollte das gelernte Wissen in Form einer Hausarbeit angewandt werden.

Die entwickelten Schulungsmaterialien wurden mit Hilfe der Schulungssoftware WebCT in einer Testschulung mit 28 Schulungsteilnehmerinnen getestet. Eine begleitende Evaluierung untersuchte die Eignung der Schulungsmaterialien sowie die Aktivität der Schulungsteilnehmerinnen. In einer schriftlichen Abschlussbefragung wurden die den Schulungsprozess förderlichen und hinderlichen Faktoren sowie die Ergebnisse des Lernprozesses bestimmt.

Dabei zeigten sich folgende Ergebnisse. Die Aktivität der Schulungsteilnehmerinnen war geringer als erwartet. Von den 28 Teilnehmerinnen waren drei Teilnehmerinnen „sehr aktiv“, neun Teilnehmerinnen „aktiv“ und 16 Teilnehmerinnen „nicht aktiv“.

Zwölf der 28 Teilnehmerinnen haben die Schulung erfolgreich abgeschlossen. Nichterwerbstätige und solche Teilnehmerinnen, die aus familiären Gründen oder aus Kostengründen an traditionellen Weiterbildungen gehindert sind und solche, die vor Beginn der Schulung Aussagen zum Betriebssystem sowie zum Textverarbeitungsprogramm ihres PCs machen konnten, hatten eine höhere Erfolgsquote als der Durchschnitt.

Die den Schulungsprozess fördernden Faktoren waren bei allen Teilnehmerinnen vor allem die Orts- und Zeitunabhängigkeit der Schulung, die Antworten auf eigene und fremde Forumsbeiträge, die inhaltliche und technische Betreuung während der Schulung sowie die Alternative, zwischen einer Online-Bearbeitung und einer Offline-Bearbeitung der Schulungsmaterialien wählen zu können. Terminvorgaben wurden von den erfolgreichen Teilnehmerinnen als mehr förderlich als von den Abbrecherinnen beurteilt. Außerdem wurden die zeitliche Unterstützung durch die Familie sowie die Anerkennung der Leistungen durch die Familie als förderlich hervorgehoben. Für den Schulungsprozess hinderlich wirkten sich außerordentliche familiäre Ereignisse, das Fehlen eines Betriebs zur Umsetzung bzw. mangelnde Unterstützung des Betriebs aus. Die Art der Schulung (z.B. Anonymität des Mediums, Arbeit ausschließlich am Computer) wirkte nicht wesentlich hinderlich auf den Schulungsprozess.

Die Ergebnisse zeigen, dass das entwickelte Weiterbildungskonzept geeignet ist und der Zielgruppe den Anschluss an den lebenslangen Lernprozess ermöglichen kann.

In weiteren Schulungen sollte stärker auf die Auswahl der Schulungsteilnehmerinnen und die Transparenz über die von der Schulungsteilnehmerin zu erbringenden Leistungen geachtet werden.

Veröffentlichungen zu diesem Forschungsprojekt: